Der Staudamm am Fluss Łomnica (Lomnitz) in Karpacz (Krummhübel)

Der Fluss Łomnica, Nebenfluss von Boberfluss hat seine Quellen auf der Ebene an der Schneekoppe. Schon im Mittelalter durchsuchten sein Flussbett die Wallonen auf der Suche nach Gold und Edelsteinen.
Der Fluss Łomnica ist einer der meist reißenden Flüssen des Riesengebirges, seine Länge beträgt 20 km, bei einem Einzugsgebiet mit der Fläche ca. 118 km2. Im oberen Flussabschnitt beträgt das Durchschnittswassergefälle 72 Promille, im unteren Abschnitt ist es siebenfacher kleiner. Ein erhebliches Wassergefälle in Verbindung mit großen Wasserstandschwankungen nach Regenfällen und nach Frühlingstauwetter waren mehrmals Ursache für Hochwasser.
Nach der Zeit der Dauerregen, die das Riesengebirge und das Tal von Jelenia Góra (Hirschberger Tal) in der Nacht vom 29. zum 30. Juli 1897 betroffen haben, kam ein Wolkenbruch über Karpacz. Damals traten plötzlich in Karpacz die Flüsse Łomnica, Łomniczka sowie viele kleinere Bergbäche über die Ufer. Das Hochwasser beschädigte mehr als zehn Häuser, Straßen und Brücken und unterspülte den Bahndamm, der am 1. Juli 1895 eröffnet wurde.
Im Rahmen eines groß angelegten Hochwasserschutzprogramms, das auf beiden Seiten des Riesengebirges und des Isergebirges realisiert wurde, hat man seit dem tragischen Hochwasser 1897 in den Jahren 1910-1915 das Flussbett von Łomnica- Fluss auf vielen Flussabschnitten reguliert, verbaut und befestigt, es wurden auch Gesteinschutt-Schutz-Staudämme erbaut. Sie hatten zu ihrer Aufgabe nicht nur das Aufhalten plötzlichen Wasseranstiegs, sondern auch das Stoppen des Felsenschutts bestehend aus Kies und aus losen Steinen, der mit großer Kraft angeschwemmt wurde und zusätzliche Schäden angerichtet hat. Einer dieser Hochwasserschutzstaudämme wurde in Karpacz auf Łomnica- Fluss gebaut und bildete einen malerischen Stausee und einen attraktiven künstlichen Wasserfall. Die Wirkung des Staudamms wurde während folgenden großen Überschwemmungen 1926,1927,1977 und während der ,,Jahrhundertflut’’ 1997 bestätigt.
Der Staudamm ist auf Łomnica- Fluss in der westlich- östlicher Richtung platziert, nicht weit von der Straße Rybacka, in der Nähe der Straße Konstytucji 3 Maja, auf nördlichem Hang der Erhebung Karpatka,unterhalb der Erhebung Sosnowiec. Der Staudamm wurde aus  Steinblöcken  und  Beton gebaut,  er  ist mit Granit verblendet

und ist ein stirnseitiges Bauwerk, im bogenförmigen Typ mit einem Überlauf mit fünf Durchlässen in der mittleren Partie der Krone, dessen jede der Arkaden mit einem Abschnittbogen bekrönt wurde. Das Nominalvolumen des Staubeckens beträgt 540 000 Kubikmeter und die begehbare Staukrone des Staudamms hat eine Länge von 105 m. Im Unterschied zu den Staudämmen im Tiefland zeichnet sich das Bauwerk auf Łomnica- Fluss durch ziemlich große Tiefe bei kleiner Fläche des Wasserspiegels aus.Der Staudamm bildete ein Staubecken, das außer Erfüllung seiner Hauptaufgaben wie Hochwasserschutz und Schutz vor Gesteinschutt eine der Rekreation - Attraktivitäten der Stadt wurde.
Am nord- westlichem Ufer des Stausees wurde in zwanziger Jahren des XX Jahrhunderts eine Badeanstalt Alexandrinenbad gebaut, deren Eigentümer Carl Grosser und ein stilvolles Restaurant war. Oberhalb wurde eine Konzertmuschel erbaut, wo Musikveranstaltungen stattgefunden haben und das alte Restaurant funktionierte bis zu sechziger Jahren als ein Cafe’ PTTK ,,Nad Wodospadem’’ (,,Am Wasserfall’’). Im Stausee konnte man im Sommer baden oder mit Paddelboot sowie mit Wasser - Fahrrad fahren und im Winter Schlittschuh laufen. Der Zeit verläuft durch die Staudammkrone der rote touristische Wanderweg, der in Richtung der Erhebung Grabowiec (Gräberber ) führt.

Internetseiten:

http://www.karpacz.pl/pl/atrakcje/zapora-na-lomnicy
http://pl.wikipedia.org/wiki/Zapora_na_%C5%81omnicy

Bearbeitet von: Dr. Przemysław Wiater
Übersetzung: Jerzy Kuśnierz

Literatur:

Hirsch-Tabis A., Tabis E. K., Karpacz- Krumhübel, Jelenia Góra 2005;
Karkonosze. Słownik geografii Turystycznej Sudetów, p. red. M. Staffy, Warszawwa-Kraków 1993;
Steć T., Karpacz i okolice, Warszawa 1966;

 

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